Clarina Bezzola
Michael Botor
Kristina Inciuraite
Henrik Jacob
Yvette Kiessling
Heike Klussmann
Steve Viezens
Le pays où l'on n'arrive jamais
06.01. - 17.02.2007
Opening
Januar 6th 2007
Die Galerie Antje Wachs freut sich, vom 06. Januar bis zum 17. Februar die Gruppenausstellung
"Le pays où l'on n'arrive jamais" zu präsentieren.
Der Titel der Ausstellung "Le pays où l'on n'arrive jamais", nach einem Klassiker der modernen
französischen Jugendliteratur des Autors André Dhotel, regte die Künstler der Galerie zu ganz
unterschiedlichen Positionen an. Die literarische Vorlage schildert das Leben des Jungen Gaspard,
das in geordneten Bahnen verläuft, bis er einen Ausreißer kennen lernt, der „sein Land“ sucht.
Gaspard begleitet ihn ein Stück und gerät in einen Sog unvorhergesehener Ereignisse.
Er muss lernen, die Zeichen zu lesen: 'Wenn du entdecken willst, was du suchst, musst du dich
bemühen, die Zeichen zu lesen, die den Dingen anhaften ... Ein Hinweis führt immer zum nächsten.
Die Erde ist weit, aber es bestehen Verbindungen zwischen den Dingen.'
Auf ganz unterschiedliche Weise setzen sich nun die Künstler in ihren Arbeiten mit der Suche nach
„ihrem Land“ auseinander und es ist an dem Rezipienten, „die Zeichen zu lesen und die bestehenden
Verbindungen zwischen den Dingen zu erkennen.“
Die Berliner Künstlerin Heike Klussmann hat es für die Ausstellung wirklich in ein anderes Land
verschlagen. Sie zeigt aus der Reihe "Vertikal" ihre Annäherung an Bracusis "Unendliche Säule" in
Targu Jiu, Rumänien.
Clarina Bezzola schildert in ihren Aquarellen ein Land, das durch gänzliches Einssein mit der Natur
gekennzeichnet ist. Sie stellt Verschmelzungsmomente mit der Natur dar, die somit einen Eintritt in
ein anderes Land, eine andere Welt bedeuten.
Die grauen Lacksiebdrucke auf Holz von Michael Botor gehen auf Fotos seiner Heimat Schlesien zurück.
Er zeigt ein Land, das langsam von der Natur eingenommen wird: Industriearchitekturen, ehemals
technische Prestigeobjekte des sozialistischen Systems, zerfallen heute und bleiben der Natur überlassen.
Auch die Künstlerin Yvette Kiessling nähert sich dem Thema der Ausstellung mittels der Druckgraphik
und über die Natur. Auf Wanderungen und Ausflügen in die näher gelegenen Mittelgebirge bekratzte
sie seriell kleine transportable Radierplatten direkt vor der Natur, vor ihrem Land, und bearbeitete
sie dann im Atelier weiter.
Der junge Leipziger Maler Steve Viezens hat für die Ausstellung Wandobjekte hergestellt:
in Kartons sind durch Schneiden, Zeichnen, Knicken und Kleben kleine Kabinette entstanden, die
sich aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachten lassen. Die Objekte werfen durch ihre Räumlichkeit
Schatten, die die Welten des Künstlers sogar noch lebendig erscheinen lassen.
In den Zeichnungen und Knetarbeiten „Ferne Welten“ von Henrik Jacob sehen wir das persönliche
Vorstellungsmodell der Welt des Künstlers. Die Außenwelt, das ferne Land, scheint im unmittelbaren
Alltag zu enden und bleibt fürs erste unentdeckt.
Im Projektraum ist das Video „Spinsters“(engl.= alte Jungfer) der litauischen Künstlerin Kristina Inciuraite
zu sehen, die Handlung ist in einem litauischen Mädchenwaisenhaus angesiedelt: am Ende des Schuljahres
wird das Theaterstück „Spinsters“ aufgeführt. Neben den Versuchen, Witze über das Thema des Stückes
zu machen, schimmert doch ganz klar Melancholie, soziale Isolation und die Sehnsucht nach einem anderen
Dasein durch.