Maike Sander
„Ins eigene!“
Opening: 28. January, 6– 9 pm
Duration: 29. January– 12. March 2011
Opening hours: Tue– Sa, 12 – 6 pm
Antje Wachs Gallery is delighted to present „Ins Eigene“- Maike Sanders first exhibition in our gallery. New sculptures and drawings will be on display.

Maike Sander´s sculptures clearly have an impressionistic effect. At first sight they look like real objects, perhaps a little damaged but nevertheless present and real. When you step closer you find out that the sculptures and animal objects are made out of cardboard and brown paper, they seem to be formed freely off the cuff. The main characteristic of Sanders artistic practice is the material, which she skilfully dominates as meticulously as the old masters were able to handle brush and paint. For a couple of years animal sculptures have been the main focus of her work but just recently she has increasingly expanded her scope to inanimate objects. Her new works displayed in the gallery include a variety of chairs coming from different aeras and styles- most of them are partly broken, for example they have a damaged seating surface or a bent leg. The models picked out are objects of her memories to which she has a special connection. Sander´s focus of attention is the chairs individual traces. For her they do not just represent simple furniture but also a personal object (and piece of memory). The neutrality of the paper enables her not only to reduce the sculptures to their remembrances but also to underline that fact.

She is working the material to the bitter end but is, simultaneously, playing with the hazard. The transformation of the material transcends the sculptures and offers a poetical effect. In addition to the „chair sculptures“, and „household appliances“, Sander has built new animal sculptures for the show: a head of a monkey or a fish that looks as made of parchment. The static is opposed to the moving, objects in contrast to human beings. The decisive aspect for both is the excitement about the formality.
Another body of work will be on view: sketches drawn with a marker on plastic pocket, displaying an intimate abstract story. This work is also evolving around the visual appearance, the material- paper pocket and marker – and seems like a simplification of the contents.
Maike Sander, born in 1965, had solo shows at Dörrie Priess Gallery in 2009 and 2010 and will exhibit at Kunstverein Mannheim in autumn 2011.

Maike Sander
Ins eigene!
Eröffnung: 28. Januar, 18 - 21 Uhr
29. Januar - 12. März 2011
Öffnungszeiten: Di - Sa, 12 - 18 Uhr
„Dann hast du bald eine Sonne gemacht und was am Himmel ist, bald auch die Erde, bald dich selbst und alle übrigen Lebewesen und Gerätschaften und Pflanzen und überhaupt alles, was wir vorhin aufgezählt haben." - „Ja", sagte er, „aber nur so, wie sie erscheinen und nicht wie sie in Wahrheit sind." - „Sehr gut", erwiderte ich, „du kommst mir mit deiner Antwort gerade recht. Zu den Meistern dieser Art, denke ich, gehört auch der Maler, nicht wahr?" - „Natürlich." - „Du wirst vermutlich den Einwand machen, dass das, was er schafft, nichts Wahres sei. Und doch macht auch der Maler in einem gewissen Sinne einen Stuhl, oder nicht?" - „Ja", sagte er, „etwas, das so erscheint, macht auch er."
Platon, Politeia, Zehntes Buch, 596 c-e

Antje Wachs Gallery freut sich, die erste Einzelausstellung der in Berlin lebenden Künstlerin Maike Sander (*1965) in ihren Räumen zu präsentieren. Die Ausstellung zeigt neue Skulpturen und Skizzen.
Der impressionistische Effekt der Skulpturen von Maike Sander ist evident. Die erste Wirkung aus der Ferne ist die eines realen Gegenstandes, etwas lädiert vielleicht, aber präsent und echt. Beim Nähertreten die Erkenntnis: Die Gegenstände und Tierfiguren sind geformt aus Papier und Pappe, wirken wie locker aus dem Handgelenk gefaltet und zusammengeknüllt. Der künstlerische Weg Maike Sanders führt übers Material. Dieses hat sie sich zu eigen gemacht, sie beherrscht Papier und Pappe wie ein alter Meister den Pinsel und die Farbe. Bildete bis vor kurzem die Darstellung von Tieren einen Schwerpunkt in der Arbeit von Maike Sander, so hat sie sich inzwischen verstärkt auch wieder unbelebten Gegenständen zugewandt. Ihre neuesten Skulpturen sind eine Reihe von Stühlen, aus unterschiedlichsten Epochen und Stilrichtungen - Biedermeierstühle neben Garten und Designerstühlen. Die Stühle sind fast alle defekt, es ist die Sitzfläche kaputt oder es fehlt ein Bein. Bei der Auswahl ihrer Vorlagen verwendet sie Gegenstände, die sich in ihrer engeren Umgebung befinden. Worauf es der Künstlerin ankommt, sind die individuellen Spuren des Lebens, die diesen Gegenständen, besonders den Stühlen, innewohnen. Der Stuhl ist für sie nicht nur einfaches Möbel, sondern vor allem persönliches Objekt und Erinnerungsstück.

Maike Sander wählt das neutrale Material Papier, um die Gegenstände auf diese Erinnerungen zu reduzieren und diese dadurch hervorzuheben. Dabei reizt sie das Material aus bis zuletzt und lässt auch dem Zufall eine Chance. Durch die Verschiebung in eine neue Materialität bekommen die Objekte einen ganz neuen, poetischen Aspekt. Neben den Stuhl Skulpturen hat Sander für die Ausstellung auch einige neue Tier-Skulpturen geschaffen. Ein Affenkopf, ein Fisch, der wie aus Pergament wirkt. Statisches steht gegen Bewegtes, Objekte gegen lebende Figuren. Bei beiden ist es der formale Reiz, der ausschlaggebend ist.
Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Tableau von Skizzen, die mit Filzstift auf Klarsichthüllen gezeichnet sind. Hier erzählt Maike Sander eine persönliche Geschichte, die jedoch nicht lesbar sein soll. Auch hier geht es ihr um die visuelle Erscheinung in ihrer Gesamtheit, das Material - Klarsichthüllen und Filzstift - wirken wie eine materielle Vereinfachung des Inhaltlichen.
Maike Sander, geboren 1965, hat an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg studiert.
Sie hatte 2009 und 2010 Einzelausstellungen in der Galerie Dörrie Priess (Berlin und Hamburg) und wird ihre Arbeiten im Herbst diesen Jahres im Kunstverein Mannheim zeigen.
[nbs
